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»Die Zeit, die diesen kosmischen Spötter als sich zugehörig erkennen wird, diese Zeit, daran zweifle ich nicht, wird noch kommen«, spekulierte Erich Mühsam über den 1915 in Berlin gestorbenen Schriftsteller und Zeichner Paul Scheerbart.

 

Mit dessen nun verlegten Science-Fiction-Klassiker scheint er mitten im Hier und Jetzt angekommen zu sein. Denn die sich in gewaltigen Transformationsprozessen befindliche Erde erfährt hier einen Blick von außen, der aktueller nicht sein könnte.In Scheerbarts pazifistischem Roman streiten sich zwei Fraktionen von Mondmenschen darüber, ob es die Erdmenschen trotz ihrer Kriegslust wert sind, weiter studiert zu werden. Eine Wette über die Lernfähigkeit der Menschen soll darüber entscheiden. In den nunmehr 120 Jahren, die seit der Erstveröffentlichung vergangen sind, ist wahrlich viel geschehen. Nicht nur bekämpft sich das Erdvolk weiterhin gegenseitig bis aufs Äußerste, nun hat es auch noch begonnen, sich der eigenen Lebensgrundlage zu berauben. Es steht zu befürchten, dass die Gruppe von Mondleuten, die die Erdbeobachtung zugunsten einer Beobachtung des Kosmos aufgeben wollen, die Wette am Ende gewinnen werden.

 

Mit futuristisch anmutenden, leuchtenden und lebhaften Illustrationen kommentiert der Hamburger Zeichner Julian Litschko das Geschehen in Scheerbarts visionärem Roman und trägt die Geschichte in eine Gegenwart, die uns Menschen zum schnellen Umdenken zwingt.

 

Julian Litschko / Paul Scheerbart - Die grosse Revolution: Ein Mondroman

Artikelnummer: ISBN 978-3-96849-116-5
22,00 €Preis
inkl. MwSt.
  • Infos

    Solange der Vorrat reicht: Signierte Exemplare!

    18 x 23 cm, 176 Seiten, 44 Illustrationen, gebunden

    Mit einem Vorwort von Erich Mühsam

  • Autor

    Paul Scheerbart (* 8. Januar 1863 in Danzig, † 15. Oktober 1915 in Berlin-Lichterfelde) war ein deutscher Schriftsteller und Zeichner. Er war auch unter den Pseudonymen Kuno Küfer und Bruno Küfer bekannt und publizierte unter anderem phantastische Literatur. Seine Gedichtsammlung »Katerpoesie« war eines der ersten Werke des Rowohlt Verlags. Der vorliegende Roman »Die große Revolution« verhalf ihm zu Bekanntheit in damaligen literarischen Kreisen, zeit seines Lebens war er außerdem mit der Erfindung des Perpetuum mobiles beschäftigt.

     

    Erich Mühsam (* 6. April 1878 in Berlin, † 10. Juli 1934 im KZ Oranienburg) war ein deutscher Schriftsteller und Publizist. Er war außerdem Antimilitarist und aktiv an der Ausrufung der Münchner Räterepublik beteiligt. Sein politischer Aktivismus führte zu seiner Verhaftung in der Nacht des Reichstagsbrandes und zu seiner späteren Ermordung durch die Nationalsozialisten im KZ Oranienburg.

     

  • Illustrator

    Julian Litschko (* 1991) studierte Kommunikationsdesign an der Muthesius Kunsthochschule Kiel und arbeitet vor allem im Bereich Illustration und Buchgestaltung. In der Büchergilde erschien 2018 sein Buch »Die Lokomotive und der Prellbock«.

  • Pressezitate

    »Der humorvollste Phantast und der phantasievollste Humorist der modernen deutschen Literatur« 

    (Erich Mühsam)

     

    »Die Zeit, die diesen kosmischen Spötter als sich zugehörig erkennen wird, diese Zeit, daran zweifle ich nicht, wird noch kommen.«

    (Erich Mühsam über Paul Scheerbart)

     

    »Scheerbarts Philosophie ist kurz dieses: Alles Irdische, Diesseitige, Abgegrenzte ist ungeheuer nichtig, unwesentlich und gleichgültig gegenüber der Herrlichkeit der kosmischen Welt. Wer sich Bürger des unendlichen Alls weiß, der ist mit seiner Phantasie viel zu beschäftigt, um die Dinge der Erde anders als mit lustiger Überlegenheit zu betrachten. Die unendlichen Möglichkeiten, die in der außerirdischen Welt liegen, sind die der Menschen würdigste Geistesbeschäftigung. Die kleinen Angelegenheiten unserer Körper, die Beziehungen der Menschen zueinander und unserer Erhaltungsinteressen verlohnen nicht die Feierlichkeit, mit der sie gewöhnlich behandelt werden.«

    (Erich Mühsam)

     

    »Alle Visionen, die Scheerbart in seiner Zeit nur erahnen konnte, sind heute in vielen Fällen bereits Wirklichkeit geworden«

     (Udo Kultermann, 1963)

     

    Scheerbart war ein »versumpfter Phantast, der im dunkelsten Grund des Größenwahns seine Astralen Novelletten ausfabelte«

     (Walter Mehring)

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