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Joachim Ringelnatz’ »Nasenkönig« ist ein wunderbar vergnügliches, schrulliges und skurriles Brevier mit Gedichten, Gebeten und kleinen Texten des deutschen Schriftstellers, Kabarettisten und Malers. Mit den 35 Farbradierungen des Bilderbuchkünstlers Erhard Dietl wird es zu einem bibliophilen Kleinod erster Güte und zum perfekten Büchlein für kleine und große Bilderbuchliebhaber.

 

Der Titel zu diesem Buch geht auf ein Erlebnis Ringelnatz’ zurück: Als er 18 Jahre alt war, heuerte Ringelnatz auf einem Schiff an, weil er Seemann werden wollte. Doch – wie zuvor in der Schule – wurde er auch an Bord gehänselt. Weil er sächselte und nicht groß gewachsen war, wurde er schikaniert und unter anderem vom Kapitän als »Nasenkönig« bezeichnet. Die Beleidigung verarbeitete in der Parabel »Die lange Nase«, die in diesem Buch zu lesen ist.

 

Aus dem Buch:

Kinder, ihr müsst Euch mehr zutrauen!

Ihr lasst euch von Erwachsenen belügen

und schlagen. – Denkt mal: Fünf Kinder genügen,

um eine Großmama zu verhauen.

 

War einmal ein Bumerang;

War ein Weniges zu lang.

Bumerang flog ein Stück,

Aber kam nicht mehr zurück.

Publikum – noch stundenlang –

Wartete auf Bumerang.

 

Joachim Ringelnatz/Erhard Dietl – Der Nasenkönig

Artikelnummer: ISBN 978-3-96849-045-8
12,00 €Preis
inkl. MwSt.
Anzahl
  • Infos

    17 x 17 cm, 48 Seiten, geb.

    Mit 35 Farbillustrationen von Erhard Dietl

    2. Auflage, 2027

  • Autor

    Joachim Ringelnatz (ursprünglich Hans Gustav Bötticher, 1883–1934), ein in der Nähe von Leipzig geborener Autor, Lyriker, Kabarettist und Maler, ist bekannt für seine überaus witzigen und geistreichen Texte und Gedichte, die bis heute kleine und große Menschen erfreuen und amüsieren. Künstlerisch prägten ihn sicherlich seine Eltern: Mutter Rosa Marie Bötticher war Zeichnerin und fertigte Puppenkleidung. Vater Georg schrieb Kinderbücher und humoristische Verse.

    Ringelnatz hatte viele Probleme in der Schule und wurde aufgrund seines Aussehens gehänselt. Mit 18 fuhr er zur See, um sich seinen Traumberuf Seemann zu erfüllen, doch auch dort erging es ihm nicht gut: Weil er sächselte und nicht groß gewachsen war, wurde er schikaniert und unter anderem vom Kapitän als »Nasenkönig« bezeichnet. (Die Beleidigung verarbeitete in der Parabel »Die lange Nase«, die in diesem Buch zu lesen ist.) Er floh von Bord. In Hamburg angekommen, war er mittellos und verdingte sich als Aushilfe auf dem Hamburger Dom – er kümmerte sich um die Riesenschlangen eines Schaustellers. Dennoch heuerte er immer wieder auf Schiffen an und bereiste die Welt. Ab 1905 veröffentlichte er erste Texte und schuf Ölgemälde von Schiffen. (Wenig) Geld verdiente er neben dem Schreiben und Malen mit Tätigkeiten als fahrender Sänger, Gelegenheitsarbeiter, Hausmeister, Tabakhändler und Buchhalter.

     

    Eine Wendung nahm sein Leben, als er begann, in der Münchner Künstlerkneipe Simplicissimus aufzutreten und für die gleichnamige Zeitschrift Texte zu verfassen. Er freundete sich mit Erich Mühsam, Frank Wedekind, Ludwig Thoma, Emmy Hennings und Max Reinhardt an. Ringelnatz veröffentlichte zahlreiche Lyrikbände, fünf Kinderbücher, prosaische und dramatische Stücke sowie autobiografische Bücher. Ringelnatz starb im November 1934, 51 Jahre alt und verarmt, an Tuberkulose.

  • Illustrator

    Erhard Dietl (Jg. 1953) ist Autor, Grafiker, Liedermacher und Kinderbuchillustrator, der in München und am Staffelsee lebt. Zu seinen bekanntesten Figuren gehören sicherlich die »Olchis«, für die er auch zwei Kindermusicals schrieb. Zu seinem Werk gehören zudem Kindertheaterstücke und Lieder. Dietl wurde unter anderem mit dem Kinderbuchpreis des Landes Nordrhein-Westfalen, dem Saarländischen und dem Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis sowie von der Stiftung Buchkunst ausgezeichnet.

  • Presse

    »Erhard Dietls Mäuse und Bienen sind unschlagbar.«

    (FAZ)

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