Bertolt Brecht schrieb die Parabel »Wenn die Haifische Menschen wären« 1941 in den USA, einer seiner vielen Exil-Stationen. Der Text erschien 1949 als eine der 39 »Geschichten vom Herrn Keuner« in dem Buch »Kalendergeschichten« – und er ist so aktuell wie damals: Die Haifische stehen für autoritäre Herrscher, die mittels Erziehung, Religion und Kultur ihre Macht sichern. Die Fische symbolisieren die Gesellschaft, die freiwillig an ihrer Unterdrückung teilnimmt, mehr noch: die Mächtigen damit sogar stärkt. Brecht entlarvt mit dieser Geschichte das Stillhalten und Nichtstun der Menschen gegenüber totalitären Ideen; ein Umstand, der aktuell in Deutschland und anderen Ländern deutlich zu sehen ist.
Der in Dresden geborene Grafiker Albrecht von Bodecker (Jg. 1932), einst Professor und Direktor der Hochschule für Grafik und Buchkunst, hat Brechts Parabel herausragend illustriert und 1991 als Handpressendruck in der Officina Ludi in kleiner Auflage herausgegeben. Jetzt erscheint diese wundervolle Ausgabe mit Brechts Text und von Bodeckers Aquarellen als Neuauflage in der Favoritenpresse.
Bertolt Brecht/Albrecht von Bodecker – Wenn die Haifische Menschen wären
Infos
17 x 17 cm, 32 Seiten, 16 Abbildungen, geb.
Autor
Bertolt Brecht (1898–1965) war einer der bedeutendsten deutschen Schriftsteller und Lyriker, zudem Regisseur und künstlerischer Leiter des Theaters Berliner Ensemble. Mit seinen Stücken revolutionierte er das Theater, indem er Spieler:innen und Zuschauer:innen interagieren ließ. Zu seinen berühmtesten Werken gehören sicher die »Dreigroschenoper«, »Leben des Galilei«, »Mutter Courage und ihre Kinder«, »Der kaukasische Kreidekreis« und »Der unaufhaltsame Aufstieg des Aturo Ui“, eine Hitler-Satire, die er im finnischen Exil schrieb. Brecht war immer und bei allem politisch und seine Sprache unverwechselbar: poetisch, direkt, geformt. Sein Einfluss in der Politik, der Kunst und der Gesellschaft war und ist bedeutend.
Illustrator
Albrecht von Bodecker (Jg. 1932) ist ein deutscher, in Dresden geborener Grafiker, der als Professor und Direktor der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig tätig war. Nach Zeichenunterricht, einer Ausbildung an der Fachschule für angewandte Kunst und Studienjahren in Berlin machte er sich 1961 als freier Grafiker selbstständig. In der DDR gestaltete er Veranstaltungsplakate und illustrierte Bücher von unter anderem Italo Calvino, Joachim Ringelnatz, Golo Mann, Edgar Allan Poe und Bertolt Brecht. Seine grafischen Werke wurden in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt. Bis 1990 war von Bodecker Mitglied im Verband Bildender Künstler der DDR, nach seiner Pensionierung 1998 wurde er wieder Freiberufler.
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